Krisengebiete: Bis wohin leistet die Auslandskrankenversicherung?

4. Oktober 2015

Naturgewalten, Pandemien, politische Unruhen: Mitunter kann aus einer beliebten Urlaubsregion buchstäblich über Nacht ein sogenanntes Krisengebiet werden. Ob die bereits geplante Reise dorthin dann trotzdem stattfinden soll, liegt im Entscheidungsbereich eines jeden Einzelnen. Wie verhält es sich jedoch mit der Auslandskrankenversicherung?

Das sagen die Versicherungsbedingungen

Seestern mit Taucherbrille und Medikamenten In den Versicherungsbedingung zu unserer Auslandskrankenversicherung steht: Leistungspflicht besteht nicht bei Krankheiten oder Verletzungen, die durch vorhersehbare Kriegsereignisse oder aber durch aktive Teilnahme an Unruhen verursacht werden. Praktisch bedeutet das: Wer sich bewusst einem hohen Risiko aussetzt, indem er beispielsweise in eine Bürgerkriegsregion reist oder aber sich an politischen Protestaktionen im Reiseland beteiligt, der verliert den Anspruch auf den Versicherungsschutz der Auslandskrankenversicherung – wohlgemerkt,
nur für solche Unfälle und Erkrankungen, die dadurch verursacht werden.

Bildlich gesprochen: Eine Schussverletzung im Kriegsgebiet würde nicht unter die Leistungen fallen, eine schwere Infektionskrankheit schon. Ist umgekehrt ein Land deswegen zum Krisengebiet erklärt worden, weil dort eine Pandemie herrscht, würden die Kosten für die Behandlung dieser Infektion nicht übernommen, wohl aber die Folgen eines Verkehrsunfalls.

Wann zählt ein Land zu den Krisengebieten?

Ein Land wird in dem Moment offiziell zum Krisengebiet, in dem das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht. Aktuell besteht eine solche Reisewarnung beispielsweise für Syrien, Afghanistan, Somalia, den Irak und den Gaza-Streifen. Auch Teilreisewarnungen durch das Auswärtige Amt sind möglich, so zum Beispiel für Japan für die Zone rund um den Unglücksreaktor in Fukushima. Eine aktuelle Übersicht aller Länder, für die eine Reisewarnung ausgesprochen worden ist und wo folglich die Auslandskrankenversicherung nur eingeschränkt gilt, finden Sie auf dieser Seite.

Was genau bedeutet „aktive Teilnahme an Unruhen“?

Seestern mit Taucherbrille und Medikamenten Ebenso kann es vorkommen, dass Sie in einem Land ohne Reisewarnung
zu Gast sind und es dort aber plötzlich zu Unruhen kommt – etwa Großdemonstrationen gegen die Regierung. In diesem Falle sollten Sie sich
auch bei eventueller Sympathie für die Sache der Protestierenden keinesfalls
den Aktionen vor Ort anschließen. Auch die Nähe der Veranstaltungen zu suchen, um vielleicht Fotos zu machen, ist keine gute Idee. Denn wenn Sie im Zuge der möglicherweise entstehenden Gewalt verletzt werden, steht die Auslandskrankenversicherung nicht in der Pflicht. Ähnliches kann übrigens auch Katastrophentouristen passieren, die beispielsweise möglichst nah an einen Tornado heranfahren, um spektakuläre Aufnahmen zu machen.

Noch ein Hinweis: Wer unbedingt in ein Krisengebiet reisen muss, zum Beispiel weil er für eine Hilfsorganisation arbeitet, der sollte vorher Kontakt zu uns aufnehmen und eine eventuelle Erweiterung des Versicherungsschutzes der Auslandskrankenversicherung individuell verhandeln. Darüber hinaus empfiehlt sich in diesem Falle für Ihre Sicherheit die Eintragung in die Liste der im Ausland befindlichen Deutschen.


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