Privathaftpflichtversicherung

Warum lohnt sich eine Privathaftpflichtversicherung?

„Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

Dieser Satz über die Schadenersatzpflicht ist in § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu finden. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass für den zu erbringenden Schadenersatz keinerlei finanzielle Obergrenze genannt wird. Tatsächlich existiert diese auch sonst nirgends: Wenn Sie einem anderen einen Schaden zufügen, dann haften Sie dafür persönlich – und zwar in unbegrenzter Höhe. Je nachdem, welche Art von Schaden Sie verursacht haben, kann es sich dabei auch um sehr hohe Geldbeträge handeln. Die Folge wäre eine lebenslängliche Verschuldung.

Genau gegen dieses Risiko schützt Sie die Privathaftpflichtversicherung. Wer sie abgeschlossen hat, muss keine Angst mehr vor den finanziellen Konsequenzen seiner Fehler haben. Denn für die meisten Menschen stellen auch schon Schadenersatz-Forderungen von „nur“ ein paar Tausend Euro eine erhebliche Belastung dar.

Für wen lohnt sich eine Privathaftpflichtversicherung besonders?

Im Grunde genommen ist der Schutz einer Privathaftpflichtversicherung für jeden Einzelnen unverzichtbar, denn niemand ist davor gefeit, dass er anderen unbeabsichtigt Schaden zufügt.

Im Gegensatz zur KFZ-Versicherung und zur Berufshaftpflichtversicherung für bestimmte Berufsgruppen ist in Deutschland der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung nicht zwingend vorgeschrieben. Allerdings muss es als grob unvernünftig gelten, wenn jemand auf den Versicherungsschutz verzichtet und sich somit einem enormen finanziellen Risiko aussetzt. Schon für wenige Euro pro Monat kommen Sie in den Genuss einer wirksamen Absicherung gegen mögliche Schadenersatzansprüche Dritter.

Wann beginnt der Versicherungsschutz?

Der Versicherungsschutz für Ihre Privathaftpflichtversicherung beginnt an dem Tag, der in der Police vermerkt ist. Das kann – je nach Absprache – ein bestimmtes Wunschdatum sein, zum Beispiel, wenn der Vertrag bei einem Wechsel von einer anderen Privathaftpflichtversicherung vor dem Auslaufen des alten Vertrages geschlossen wird. Werden jedoch keine diesbezüglichen Prioritäten angegeben, so beginnt der Versicherungsschutz mit dem Tag des Vertragsabschlusses.

Voraussetzungen für das Zustandekommen des Versicherungsschutzes

Damit der Versicherungsschutz der Privathaftpflichtversicherung tatsächlich in Kraft tritt, müssen jedoch zwei Bedingungen erfüllt sein:

1. muss das Versicherungsunternehmen den Versicherungsvertrag annehmen. Dies wird dadurch signalisiert, dass die Police an den Versicherungsnehmer gesendet wird.

2. muss der Versicherungsnehmer die erste Prämie fristgemäß zahlen. Für die Zeit zwischen dem Erhalt der Police und der Zahlung der Prämie gilt der Versicherungsschutz rückwirkend – aber nur, wenn die Zahlung rechtzeitig vorgenommen wird.

Möglichkeit der vorläufigen Deckung

Unter bestimmten Umständen kann es gewünscht sein, dass der Versicherungsschutz der Privathaftpflichtversicherung noch vor dem Ausstellen und dem Versand der Police einsetzt. In solchen Fällen ist es möglich, gesonderte Absprachen mit dem Versicherungsunternehmen zu treffen und eine sogenannte vorläufige Deckung zu vereinbaren. Diese kann jedoch vom Versicherer widerrufen werden, zum Beispiel, weil die erste Prämie nicht rechtzeitig überwiesen wird. Bei einem solchen Widerruf wird die vorläufige Deckung auch rückwirkend unwirksam.

Pflichten des Versicherungsnehmers bei Vertragsabschluss

Beim Ausfüllen des Versicherungsantrags für die Privathaftpflichtversicherung hat der Versicherungsnehmer alle Angaben vollständig und wahrheitsgemäß zu machen. Dasselbe gilt für die Beantwortung der Fragen, zum Beispiel der nach der Vorversicherung und nach den in der Vergangenheit eventuell aufgetretenen Schäden. Kommt der Versicherungsnehmer dieser Verpflichtung nicht nach, dann kann er – je nach dem Ausmaß seines Verschuldens – den Versicherungsschutz auch rückwirkend teilweise oder ganz verlieren. Außerdem hat das Versicherungsunternehmen in solchen Fällen das Recht, vorzeitig vom Vertrag zurückzutreten.

Wer ist versichert?

Die Privathaftpflichtversicherung gibt es im Hinblick auf die versicherten Personen in zwei Varianten: als Einzel- und als Familienversicherung.

Die Einzelversicherung gilt nur für den Versicherungsnehmer selbst, das heißt für Schäden, der er Dritten unbeabsichtigt zufügt.

In der Familienversicherung sind weitere Personen mit eingeschlossen, nämlich

  • der Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner
  • der Lebensgefährte (muss im Vertrag namentlich genannt werden)
  • die Kinder bis zum Abschluss der Berufsausbildung oder bis zu deren Heirat
  • Eltern und Schwiegereltern, die im selben Haushalt leben
  • Eltern oder Großeltern in Pflegeeinrichtungen
  • Haushaltshilfen, Gärtner und Babysitter

Für die Hausangestellten gilt der Versicherungsschutz für Schäden, die sie während der Ausübung ihrer Tätigkeit für den Versicherungsnehmer verursachen.

Welche Risiken sind bei einer Privathaftpflichtversicherung versichert?

Die Privathaftpflichtversicherung tritt dann ein, wenn ein Schaden, den Sie oder eine der mitversicherten Personen bei einem Dritten verursacht haben, zu Schadenersatzansprüchen führt. Der Versicherungsschutz gilt für drei Arten von Schäden:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • reine Vermögensschäden

Diese Schadensarten gelten auch dann als Versicherungsfälle, wenn sie durch Pflichtverletzung oder Fahrlässigkeit verursacht wurden.

1. Personenschäden in der Privathaftpflichtversicherung

Die schwerwiegendste Art von Schäden sind diejenigen, bei denen ein Mensch verletzt oder sogar getötet wird. Zu dieser Art von Versicherungsfall kann es auch dann kommen, wenn es im Moment des Unglücksfalls gar keinen direkten Kontakt zwischen dem Schadensverursacher und dem Betroffenen gegeben hat – etwa, wenn der Babysitter die Aufsichtspflicht verletzt und deshalb ein Kind etwas Schädliches schluckt oder wenn der Hausbesitzer im Winter seiner Räumpflicht nicht nachkommt und dadurch jemand ausrutscht und stürzt.

2. Sachschäden in der Privathaftpflichtversicherung


Die mit Abstand häufigste Schadensart bei der Privathaftpflichtversicherung sind die Sachschäden. Dabei geht es um Schäden am materiellen Eigentum des Anderen. Die Bandbreite reicht hier von geringfügigen Schäden bis hin zu sehr hohen Schadenssummen. Mögliche Fälle von Sachschäden sind zum Beispiel:

  • das umgeschüttete Rotweinglas, das das teure Kleid ihrer Sitznachbarin oder den Teppich des Gastgebers ruiniert
  • die Fensterscheibe, die Ihr fußballbegeistertes Kind anstelle des Tors getroffen hat
  • der Laubenbrand, den die im Hochsommer bei der Gartenparty achtlos weggeworfene Zigarettenkippe verursacht hat.

Außerdem gehören zu dieser Gruppe auch bestimmte weitere Schäden, unter anderem solche, die

  • durch kleine Haustiere (Nager, Vögel, Katzen u.a., aber keine Hunde und Pferde)
  • beim Wassersport
  • an Gewässern
  • beim Hüten fremder Hunde
  • bei Feuerwerken usw.

verursacht wurden.

Besondere Arten von Sachschäden

Neben den allgemeinen Sachschäden gibt es zwei Untergruppen, die im Bezug auf die Privathaftpflichtversicherung eine Rolle spielen: die Mietraumschäden und die Schlüsselschäden.

Mietraumschäden sind Schäden, die der Versicherungsnehmer an gemietetem oder gepachtetem Eigentum verursacht. Davon betroffen sein kann der Raum selbst (Wände, Türen usw.), aber auch das darin fest verbaute Mobiliar wie beispielsweise die zur gemieteten Wohnung gehörige Einbauküche. Außerdem gilt die Privathaftpflichtversicherung in diesem Zusammenhang auch für Schäden am Inventar von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Schiffskabinen und Zügen.

Schlüsselschäden entstehen meistens dadurch, dass der Versicherungsnehmer einen Schlüssel verliert. Dies ist besonders ärgerlich, wenn es um berufliche Schlüssel oder um Schlüssel für eine Ehrenamts- oder Vereinstätigkeit geht. Unsere Privathaftpflichtversicherung deckt auch solche Schäden mit ab.

3. Reine Vermögensschäden in der Privathaftpflichtversicherung

Die dritte Art von Schäden in der Privathaftpflichtversicherung sind die reinen Vermögensschäden. Dieser Begriff bezeichnet finanzielle Nachteile, die dem Betroffenen durch Verschulden des Versicherten entstehen. Vermögensschäden sind immer die Folge eines Sach- oder Personenschadens, aber der dabei erlittene finanzielle Verlust geht über den ursprünglichen Schaden noch hinaus. Auch hierzu zwei Beispiele:

  • Sie haben im Winter den Gehweg vor Ihrem Haus nicht oder nicht ordnungsgemäß geräumt. Jemand rutscht dort aus, stürzt und bricht sich den Oberschenkel. Er muss operiert werden und kann infolge des Unfalls einige Wochen lang nicht arbeiten. Da der Geschädigte selbstständiger Taxifahrer ist, fallen in dieser Zeit seine Einnahmen komplett weg. Der Vermögensschaden resultiert in diesem Falle aus dem Personenschaden und besteht in den Verdienstausfällen.
  • Ihr Kind zertrümmert beim Ballspiel mit seinen Freunden eine Fensterscheibe Ihres Nachbarn. Dieser wollte eigentlich gerade in den Urlaub fliegen, nun muss er jedoch auf den Reparaturservice warten, denn so kann er das Haus natürlich nicht zurücklassen. Der Glaser kommt so schnell wie möglich und sichert das Fenster, aber Ihr Nachbar verpasst trotzdem seinen Flug. Hier ist der Vermögensschaden die Folge eines Sachschadens und besteht in den Kosten für ein neues Flugticket (und – bei großer Verzögerung – den Kosten für die entgangenen Urlaubsleistungen).

Der Forderungsausfallschutz in der Privathaftpflichtversicherung

Unser Tarif BD24 Premium Select Plus enthält einen sogenannten Forderungsausfallschutz. Dieser wird dann wirksam, wenn jemand anderes bei Ihnen einen Schaden verursacht und aber für die finanziellen Folgen nicht aufkommen kann, weil er keine Versicherung und kein ausreichendes Privatvermögen hat. Der Forderungsausfallschutz deckt auch solche Schäden ab, die normalerweise eine Tierhalterhaftpflicht des Schadensverursachers regulieren würde – also zum Beispiel Schäden, die durch einen fremden Hund verursacht werden.

Der passive Rechtsschutz im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung

Neben dem Versicherungsschutz für die drei genannten Schadensarten bietet Ihnen die Privathaftpflichtversicherung noch eine weitere Form der Absicherung: einen passiven Rechtsschutz.

Wenn es zu einem Schaden gekommen ist und deshalb vom Geschädigten bei Ihrer Haftpflichtversicherung Schadenersatzansprüche gestellt werden, wird das Versicherungsunternehmen zunächst immer untersuchen, ob Sie wirklich der (alleinige) Verursacher des Schadens waren. Es erfolgt eine sorgfältige Überprüfung der Ansprüche des Geschädigten im Hinblick auf die Frage, ob diese

  • grundsätzlich gerechtfertigt und
  • der Höhe nach angemessen sind.

Sollte beides der Fall sein, dann wird der Schaden durch die Privathaftpflichtversicherung reguliert. Wenn nicht, dann wird die Versicherung die Forderungen abwehren – bei Bedarf auch mit rechtlichen Mitteln.

Weltweiter Versicherungsschutz

Der Versicherungsschutz der Privathaftpflichtversicherung der Berlin Direkt Versicherung gilt auch im Ausland. Beim Tarif BD24 Top Select Plus besteht der weltweite Auslandsschutz für drei Jahre, der Schutz innerhalb Europas sogar für fünf Jahre. Im Tarif BD24 Premium Select Plus ist der weltweit gültige Versicherungsschutz zeitlich überhaupt nicht zeitlich begrenzt.

Welche Leistungen erbringt die Privathaftpflichtversicherung im Schadensfall?

Wenn der Versicherungsnehmer bei einem Dritten einen Schaden an der Person, dem Sachvermögen oder dem sonstigen Vermögen verursacht hat, dann hat er nach § 823 BGB dafür zu haften – das heißt: Er ist zum Schadenersatz verpflichtet.

In diesem Moment greift die Privathaftpflichtversicherung. Nachdem der Schaden angezeigt wird, prüft das Versicherungsunternehmen die Ansprüche hinsichtlich ihrer Rechtmäßigkeit und Angemessenheit. Sofern tatsächlich eine Schadenersatzpflicht besteht, tritt die Privathaftpflichtversicherung anstelle des Versicherten dafür ein: Sie übernimmt die Kosten für die Schadensregulierung, je nach Sachlage entweder komplett oder bis die Versicherungssumme erreicht ist.

Bei sehr hohen Schäden, für die die vereinbarte Deckungssumme nicht ausreicht, kann es theoretisch dazu kommen, dass der Versicherte die Differenz selbst übernehmen muss. Deswegen sollte nach Empfehlungen der Stiftung Warentest die Versicherungssumme bei der Privathaftpflichtversicherung nicht unter 3 Millionen Euro liegen. Bei der Berlin Direkt Versicherung haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen pauschalen Deckungssummen: 5, 10 oder 15 Millionen Euro.

Leistungen der Privathaftpflichtversicherung bei Personenschäden

Kommt durch das Verschulden des Versicherungsnehmers ein Mensch zu Schaden, dann übernimmt die Privathaftpflichtversicherung unter anderem

  • die Kosten für die ambulante und/oder stationäre Behandlung
  • die Kosten für die medizinische Reha
  • bei dauerhafter Invalidität bzw. Erwerbsunfähigkeit gegebenenfalls eine Rente
  • eventuelle Forderungen nach Schmerzensgeld durch den Geschädigten selbst oder (bei Todesfällen) seine Angehörigen.

Leistungen der Privathaftpflichtversicherung bei Sachschäden

Wird das materielle Vermögen eines Anderen beschädigt, dann besteht die Funktion der Privathaftpflichtversicherung je nach dem Ausmaß des Schadens darin, entweder für die Reparaturkosten aufzukommen oder aber (bei einer Zerstörung) den finanziellen Verlust auszugleichen. Ersetzt wird dabei in der Regel der sogenannte Wiederbeschaffungswert. Da dieser bei elektronischen Geräten extrem schnell fällt, wird dort oftmals auch der Neuwert angesetzt.

Handelt es sich um Sachgegenstände, die für den Geschädigten unverzichtbar sind, wie zum Beispiel das Auto für den Weg zur Arbeit oder gar den Wohnraum, dann übernimmt die Privathaftpflichtversicherung auch die Kosten für die Ausleihe bzw. Anmietung von Ersatz für die Zeit bis zum Abschluss der Reparatur oder zur Neubeschaffung.

Leistungen der Privathaftpflichtversicherung bei Mietraum- und Vermögensschäden

Bei den Mietraumschäden und den aus Personen- oder Sachschäden resultierenden Vermögensschäden erfolgt ebenfalls der finanzielle Ausgleich bis maximal zum Erreichen der vertraglich vereinbarten Deckungssumme.

Welche Ausschlüsse gibt es bei der Privathaftpflichtversicherung?

Der Deckungsbereich der Privathaftpflichtversicherung gehört zu den breitgefächertsten überhaupt, aber es gibt dennoch Szenarien, in denen der Versicherungsschutz nicht gilt. Das betrifft vor allem die folgenden Schadensarten:

  • Schäden, die vorsätzlich verursacht wurden
  • Ansprüche der im Rahmen einer Familienversicherung versicherten Personen gegeneinander
  • durch Hunde oder Pferde verursachte Schäden
  • Schäden, die beim Gebrauch eines Kraftfahrzeugs, eines Kraftfahrzeuganhängers oder eines Luftfahrzeugs verursacht werden
  • Schäden, die im Zusammenhang mit dem Beruf oder dem Betrieb entstehen
  • Schäden, die im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in einem Verein oder im Ehrenamt verursacht werden

Übliche Ausschlüsse, die die Privathaftpflichtversicherung der Berlin Direkt Versicherung dennoch abdeckt

Es gibt mehrere Schadensarten, die bei einer Vielzahl von Anbietern grundsätzlich aus der Privathaftpflichtversicherung ausgeschlossen sind – und die aber bei der Berlin Direkt Versicherung dennoch mit abgedeckt werden.

Dies sind unter anderem:

  • Schäden durch sehr kleine (im juristischen Sinne noch nicht deliktfähige) Kinder
  • sogenannte Gefälligkeitsschäden, also Schäden, die entstehen, während man jemandem einen Gefallen tut (zum Beispiel Umzugshilfe)

Was ist zu tun, wenn ein Schadensfall eintritt?

Sollte es tatsächlich zu einem Schadensfall kommen, dann ist vor allem Eines wichtig: dass Sie die Ruhe behalten. Außerdem können Sie der Privathaftpflichtversicherung bei der Schadensregulierung unterstützen, indem Sie die folgenden Richtlinien beachten:

1. Erkennen Sie Ihre Schadenersatzpflicht nicht vorschnell an und leisten Sie auf keinen Fall irgendwelche Zahlungen.

Zunächst einmal wird das Versicherungsunternehmen die gegen Sie erhobenen Ansprüche prüfen. Es ist erfahrungsgemäß sehr schwierig, bereits geleistete Schadenersatzzahlungen zurückerstattet zu bekommen, wenn sich später herausstellt, dass die Forderung ungerechtfertigt oder der Höhe nach unangemessen war.

2. Melden Sie den Schaden umgehend.

„Umgehend“ bedeutet: innerhalb einer Woche. Dafür stehen Ihnen mit Telefon, Fax, E-Mail und Briefpost verschiedene Kommunikationswege zur Verfügung, wobei natürlich die jeweiligen Laufzeiten beachtet werden müssen. Die Pflicht zur umgehenden Meldung des Haftpflichtschadens gilt übrigens auch dann, wenn vom Geschädigten noch keine Ansprüche gegen Sie geltend gemacht worden sind.

3. Tun Sie alles, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Dabei ist den Weisungen des Versicherungsunternehmens Folge zu leisten.

4. Schildern Sie den Schadenshergang so detailliert wie möglich.

Es ist wichtig, dass sich das Versicherungsunternehmen ein genaues Bild vom Geschehen machen kann. Auch kleine Details können für die versicherungsrechtliche Beurteilung des Schadenshergangs bedeutsam sein. Selbstverständlich hat die Schilderung vollständig und wahrheitsgemäß zu erfolgen. Am besten ist es, den Bericht möglichst bald nach dem Eintritt des Schadens abzuliefern, weil dann die Erinnerungen noch frisch sind.

5. Leiten Sie alle eventuellen Forderungen, Mahnbescheide oder sonstigen Verfügungen gegen Sie umgehend an der Versicherer weiter.

Dies gilt unabhängig davon, ob sie vom Geschädigten selbst oder von dessen rechtlicher Vertretung bzw. einer anderen Stelle stammen. Der Versicherer wird diese Schreiben hinsichtlich ihrer Rechtmäßigkeit prüfen. Es ist jedoch Ihre Pflicht, selbstständig (das heißt ohne besondere Anweisung des Versicherers) und fristgemäß Widerspruch oder die sonst erforderlichen Rechtsbehelfe einzulegen.

6. Informieren Sie das Versicherungsunternehmen umgehend, falls gegen Sie ein staatsanwaltschaftliches, gerichtliches oder behördliches Verfahren eingeleitet wird.

7. Sollte es dazu kommen, dass der Haftpflichtanspruch gegen Sie gerichtlich geltend gemacht wird, dann überlassen Sie alle weiteren Schritte dem Versicherer. Dieser wird einen Anwalt beauftragen und mit allen notwendigen Vollmachten ausstatten. Die Führung des Verfahrens liegt allein in der Hand des Versicherungsunternehmens.

Gibt es bei der Privathaftpflichtversicherung eine Selbstbeteiligung?

Bei der Privathaftpflichtversicherung, die Ihnen die Berlin Direkt Versicherung anbietet, gibt es nur bei einigen wenigen speziellen Schadensarten eine generelle Selbstbeteiligung. Konkret betrifft das:

  • Sachschäden am Arbeitsplatz am Eigentum Ihrer Kollegen oder des Arbeitgebers: 150 EUR
  • Verlust, Beschädigung oder Zerstörung fremder (ausgeliehener) Sachen: 150 EUR
  • Beschädigung medizinischer Diagnosegeräte: 150 EUR
  • Verlust fremder privater Möbel-, Tresor- und Kfz-Schlüssel: 10%, jedoch mindestens 100 EUR und maximal 500 EUR
  • Umzugsschäden: 250 EUR

Abgesehen davon können Sie beim Abschluss der Privathaftpflichtversicherung wählen, ob Sie den jeweiligen Tarif ohne Selbstbeteiligung, mit einer Selbstbeteiligung von 150 EUR oder mit einer Selbstbeteiligung von 300 EUR pro Versicherungsfall abschließen möchten.

Wie viel kostet eine Privathaftpflichtversicherung und wonach richten sich die Kosten?

Unser Tarifsystem für die Privathaftpflichtversicherung ist sehr übersichtlich. Es gibt zwei verschiedene Tarife, nämlich

  • BD24 Top Select Plus und
  • BD24 Premium Select Plus.

Diese beiden leistungsstarken Tarife unterscheiden sich lediglich in einigen Details bei der Schadensdeckung.

Innerhalb beider Tarife ist die Höhe der Prämie von fünf verschiedenen Faktoren abhängig:

  • dem Alter des Versicherungsnehmers (unter oder über 55 Jahre)
  • der Frage, ob es eine Einzel- oder eine Familienversicherung ist
  • der Höhe der Selbstbeteiligung (keine, 150 EUR oder 300 EUR)
  • der Höhe der Deckungssumme (5 Mio., 10 Mio. oder 15 Mio. EUR)
  • der Laufzeit (1 Jahr oder 3 Jahre)

Dabei ist jeweils die Prämie

  • für Menschen ab 55 Jahren
  • als Einzelversicherung
  • mit einer Selbstbeteiligung von 300 EUR
  • mit einer Deckungssumme von 5 Mio. EUR
  • mit einer Laufzeit von 3 Jahren

die günstigste Variante. Entsprechend ist die Kombination

  • Familienversicherung
  • unter 55 Jahren
  • ohne Selbstbeteiligung
  • mit einer Deckungssumme von 15 Mio. EUR
  • mit einer Laufzeit von nur einem Jahr

die teuerste Variante – wobei jedoch gesagt werden muss, dass die Familienversicherung zwar insgesamt teurer ist, bezogen auf die einzelnen versicherten Personen jedoch die günstigere Wahl für Familien ist.

Für eine ungefähre Orientierung:

Aktuell (Stand: 2016) kostet unsere Privathaftpflichtversicherung im Tarif BD24 Top Select Plus zwischen 45,67 EUR und 104,52 EUR pro Jahr.
Im Tarif BD24 Premium Select Plus liegt die Prämie zwischen 51,63 EUR (günstigste Variante) und 116,12 EUR (teuerste Variante).

Die genaue Höhe der für Sie zutreffenden Versicherungsprämie können Sie den Produktinformationsblättern für die Tarife Top Select Plus oder Premium Select Plus entnehmen.

Sind die Kosten für die Privathaftpflichtversicherung steuerlich absetzbar?

Ja, die Beiträge zur Privathaftpflichtversicherung können bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden – denn es handelt sich dabei aus Sicht des Staates um eine personenbezogene Vorsorgemaßnahme. Diese sind im Gegensatz zu den Maßnahmen, die dem reinen Schutz des Privatvermögens dienen (wie zum Beispiel eine Hausratversicherung) bei der Einkommensteuer absetzbar.

Die Auflistung der Kosten für die Privathaftpflichtversicherung erfolgt als Sonderausgabe nach § 10 EStG. Zu beachten ist, dass an dieser Stelle auch die Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen aufgeführt werden. Der zulässige Höchstbetrag liegt bei 1.900 bzw. 2.800 Euro pro Jahr.

Muss ich eine Privathaftpflichtversicherung kündigen?

Der Vertrag über die Privathaftpflichtversicherung verlängert sich stillschweigend um ein weiteres Jahr, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Wurde eine Mindestlaufzeit von mehr als drei Jahren vereinbart, dann kann die Versicherung frühestens zum Ablauf des dritten Jahres gekündigt werden. Dabei sollte der Versicherungsnehmer beachten, dass das Versicherungsjahr nicht zwangsläufig mit dem Kalenderjahr identisch ist, sondern vom Zeitpunkt des Versicherungsbeginns (wie in der Police vermerkt) gerechnet wird.

Neben der ordentlichen Kündigung der Privathaftpflichtversicherung gibt es auch die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung. Diese ist auch unterjährig möglich, aber es muss ein besonderer Grund vorliegen:

  • entweder eine Erhöhung der Beiträge ohne die entsprechende Anpassung der Versicherungsleistungen
  • oder der Eintritt eines Schadensfalles (und zwar sowohl wenn die Privathaftpflichtversicherung den Schaden reguliert hat als auch im Falle einer gerichtlichen Klage gegen den Versicherungsnehmer über einen unter den Versicherungsschutz fallenden Haftpflichtanspruch).

Bei der Beitragserhöhung beträgt die Kündigungsfrist einen Monat ab Zugang der Information über die Anpassung. Bei einer Kündigung nach Eintritt eines Schadensfalles beträgt sie einen Monat, falls das Versicherungsunternehmen kündigt. Ist jedoch der Versicherte selbst derjenige, der von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht, ist die Kündigung der Privathaftpflichtversicherung sofort ab dem Eingang beim Versicherer wirksam.